Reisebericht: -Von Köln nach Honduras-

Köln. Eine sehr lebendige weit bekannte Stadt, die überquillt, vor Bar’s, Kneipen, Fressbuden, welche bis in die Nacht aufhaben. Kiosk’s welche einem ganz unaufdringlich die Möglichkeit bieten ein Weg-Bier zu erwerben. Schwulenbar’s und die Lebensgeschwindigkeit, welche in solch einer pulsierenden Milionenstadt vorherrscht.

Wer dazu noch in den Genuss kommt, die Karnevalszeit in Köln zu durchleben, wird bestimmt (un-)vergessliche Erinnerungen davontragen.

Doch wir haben Winter und die angenehm kalt, nass, graue Jahreszeit macht es mir leicht an Reiseplaenen zu arbeiten, welche mich in wärmere Gefilde bringen sollten. Nach dem alle Stricke gerissen, alle Pläne geplatzt sind, geht es auf einmal ganz schnell. Ich lerne diese bezaubernde Guatemaltekin, auf einer Einheimischmeldung, in unserer Bude-Weimar kennen. Wir hielten Kontakt, sahen uns wieder und wie das manchmal so geht, können wir nun die Finger nicht mehr von uns lassen. Und damit stand das Reiseziel fest. Guatemala sollte es sein. Der Flug war schnell gebucht und ging dann auch schon eine Woche darauf. Allerdings nach Cancun (Mexiko-Yukatan). Was soviel heissen wollte, wie dass ich noch ein gutes Stück über Land zu reisen hatte, ehe ich den anvisierten Süden von Guatemala erreichen würde. Karibik, Tropen; weisse Strände und Mayaruinen; lauwarmes Meerwasser und Kokosnüsse wecken schnell pradisische Vorstellungen in unseren unterkuehlten Köpfen.

Nach einer hektischen Abreise von meinen Brüdern in Köln, war es dann soweit, nach einem langen Flug, mit ungeahntem Komfor und völlig überzogenen Bierpreisen, hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen. – Die Sonne blendet, trocken Luft, der Deckel sitzt. – Es wird noch zwei Stunden hell sein und so entschloss ich mich erst mal ein paar Kilometer zu machen, um aus dieser Touristen Hochburg rauszukommen. Am dunklen Abend fand ich dann eine Unterkunft in Tulum, wo ich zwei Nächte blieb um erst mal ein wenig anzukommen. Die nächsten Tage wollte ich gemütlich durch Belize und Guatemla reisen, um mein fein Liebeleinin in Copan (Honduras, an der guatemalischen Grenze) zu treffen. So liess ich mich mit dem Backpackerstrom langsam Richtung Süden treiben. Vorbei an karibischen Küsten, durch die tropischen Wälder von Guatemala, See’n und Vulkanen verändern sich die Gesichtszuege der Menschen schnell. Indogene, afrikanische und europaeische Einflüsse treffen hier auf einander, vermischen sich teilweise; leben aber doch zum größten Teil nebeneinander her. Wobei die Indigenen den ärmsten und ungebildetsten Gesellschaftsteil darstellen. Die Nähe der Vereinigten Staaten ist deutlich spürbar. Coca Cola, dass absolute Nationalgetränk, welches mancher Orts schlicht als “agua” bezeichnet wird. Wer genügent Geld hat trinkt möglichst nichts anderes.

Die Menschen sind nett und gastfreundlich. Man ist an weisse grossgewachsene Touristen gewöhnt. Die Kluft kommt gut an und so ernte ich auch hier, nach kurzer Erklärung, motivierenden Zuspruch, begeistertes Intresse und auch Arbeitsangebote. Doch zuerst möchte ich die (Arbeits-)Freiheit nutzen um Land und Leute etwas kennen zu lernen. Auch der spanischen Sprache wollte ich mich erst ein wenig widmen, bevor ich wieder bei irgendwelchen Englisch sprächenden Leute lande, wo es nicht mehr wirklich notwendig sein wird Spanisch zu sprechen. So verbrachte ich erlebnissreiche Tag, mit tollen Leuten aus aller Welt, an wunderschönen Orten. Es wäre ein leichtes gewesen hier und da mehr Zeit zu verbringen. Wie heisst es so schön: “Wir reisenden Gesellen haben nicht viel, aber Zeit und davon reichlich!” – Nur gibt es immer derart viele Möglichkeiten, wo und wie man seine Zeit verbringen kann, dass ein Leben und erst recht nicht eine Tippelei ausreicht, um eine Welt voll und ganz zu erleben. 

Eines meiner Highlight’s in den letzten Wochen war die Besteigung des 4000 m Vulkans “Acatenango”. Zusammen mit einer Freundin aus Deutschland (welche zu meinem Vorteil fliessent Spanisch spricht) und drei Guatemalteken sind wir eines Nachmittags losgetippelt. Eingedeckt, mit genügent Proviant und einer Penntüte, um die Nacht in einem Pinienwald zu verbringen… nach Stunden langem Bergaufgetippele, durch tropische Wälder, über Stock und Stein und Wurzelwerk, auf fast unerkennbaren Wegen, in der schon stockfinsteren Nacht, hatten wir das anvisierte Plato endlich erreicht. Im Hand um Drehen hatten wir ein Feuer brennen, in welchem wir Tortillas aufwaermten und Fleisch grillten. Dazu gab es die Landesübliche Bohnenpaste. - Nachdem unsere ausgelaugten Körper mit Energie spendenter Nahrung gefühlt waren, ging es auch gleich in den Schlafsack.

Am nächsten Morgen wurden wir vor den ersten Sonnenstrahlen wach und machten uns nach einem kleinen Frühstück auch gleich auf den Weg zum Gipfel. Die Luft wurde nun spürbar dünner und so der Aufstieg immer anstrengender. Wir mussten immer öfter Pausen machen um wieder richtig Luft zu holen. Dafür wurden wir nach weiteren drei Stunden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Wir waren Wort wörtlich über den Wolken…. aj jaj jaj …. – Man konnte viele Vulkane sehen die wie überdimensional grosse Pickel aus dem Boden raus gewachsen sind. Einer, in der unmittelbaren Nähe war noch aktiv. Brodelte allerdings nur so vor sich hin, keine Lavaströme…

Der Abstieg ging dann wie von selbst. Unsere Beine stolperten den Vulkan wie von alleine herrunter. Die hier zu lande hohe Baumgrenze kam uns zu gute, und so hatten wir schon nach wenigen hundert Höhenmetern schon wieder, vor der brennenden Sonne, schützenden Schatten erreicht. Auf dem Rückweg ist uns schon bald das Wasser ausgegangen. So waren wir heil froh als wir wieder feuchtere Gefillte erreichten, in welchen eine Bambusart wächst, der mit etwas herb schmeckendem Wasser gefühlt ist. Was für eine Gabe der Natur!!!

Mitlerweile habe ich mich nach vielem hin und her gut eingelebt. Habe mich in einem Zimmer in Copan eingemietet und werde die nächsten zwei Wochen eine Spanisch-Schule besuchen. Kleinere Arbeiten hab ich auch schon hier und da gefunden, will allerdings erst später richtig Schanigeln. Mit etwas Glück ergibt sich was auf den Bay Ilands, wo man gut tauchen können soll… doch das bleibt abzuwarten….

Sonnige Grüße aus dem viel zu heissen Copan!!! lächz

Mit brüderlichem Gruß und kameradschaftlichem Handschlag

der Fremde Freiheitsbruder

Jens Hochthurn